09.07.2026
Der „Don Camillo“ vom Elstertal – Pfarrer Christof Schulze wurde in den Ruhestand verabschiedet
Die Gottesdienste von Pfarrer Schulze unterliegen einer strengen liturgischen Gottesdienstordnung. Das zeigt sich durch die Gewänder der Ministranten und der ausführenden Geistlichen. Zu Beginn erinnerte der Geistliche an die Taufe und besprengte die Anwesenden mit Wasser aus dem Taufbecken.
In der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche St. Veit in Wünschendorf wurde Christof Schulze in den Ruhesstand verabschiedet. Der Ton des Gottesdienstes wurde auch nach außen übertragen, so dass auch Menschen, die keinen Platz im Kirchnraum finden konnten, allem akustisch beiwohnen konnten.
Der Gemeindekirchenrat überreichte seinem Pfarrer eine dekorative Orgelpfeife und einen großen Strauß Rosen, von jedem GKR-Mitglied eine Rose.
Auszüge aus der Predigt von Pfarrer Schulze zum Bibeltext Der verlorene Sohn (Lukas 15,11–32)
„Ich habe mich sehr gefreut. Eines der Geschenke steht auf dem Altar. Ein gebackenes Schaubrot. Und da ist in der Mitte der Kelch aufgebacken.
Und genau das ist das, was ich versucht habe, über 40 Jahre zu vermitteln. Unser Glaube kommt aus dem Zentrum der Eucharistie, kommt aus der Mahlgemeinschaft mit dem Auferstandenen. Wir feiern das Fest des Lebens und Hoffnung. Das müssen fröhliche Gottesdienste sein. Ich habe mich redlich bemüht, euch diese Liebe Gottes zu predigen. Und ich weiß, und bin überzeugt, dass mein Nachfolger dies auch tun muss. Haltet fest an der Gottesdienstlichen Gemeinschaft.
Sammelt euch, um das Heilige Sakrament des Altars. Da, wo ein geistliches Zentrum ist, wird Gemeinde leben und lebendig sein. Von da geht Segen in die Welt.
Die Eucharistiefeier wurde natürlich auch zu seiner Verabschiedung gefeiert. Unterstützt von Ministranten wurde Brot und Wein an die Anwesenden ausgeteilt.
Verabschiedungsworte
Pfarrer Sven Triemer, als Vertreter des Superintendenten, verabschiedete Christof Schulze offiziell in den „UN“- Ruhestand. „Du hast das Evangelium von Jesus Christus gepredigt und in sehr vielfältiger Weise Gottes Liebe und Treue bezeugt und das nicht nur hier in dieser Pfarrstelle, sondern auch weit darüber hinaus, in sehr vielen Vertretungen, im Krankheits-, im Urlaubsfall, im Vakanzfall für die betroffenen Gemeinden in Krankenhäusern, in Feuerwehren, Vereinen und bei vielen öffentlichen Veranstaltungen. Nun wirkst du 25 Jahre hier in Wünschendorf. Die vorwiegend ländlich geprägten Gemeinden schätzten deinen Dienst und sie wünschen natürlich, dass alles möglichst so weitergehen möge. Dein Nachfolger Pfarrer Dawid Zakzewski hat gesagt, dass er Vieles so weiterführen wird. Immerhin ist Wünschendorf unter deiner Leitung und deinem Dienst zu einem Ausstrahlungsort im Kirchenkreis Gera geworden, hat praktische und geschmackvolle Räumlichkeiten bekommen,hat dazugewonnen und kann sich auch im Blick auf das vielfältige Angebot und die inhaltliche Arbeit in den verschiedenen Gruppen sehen lassen.“
In Grußworten sprachen Vertreter der Gesellschaft Pfarrer Schulze ihren Dank. Als Gäste nahmen teil:
Christian Tischner (CDU), Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Dr. Uli Schäfer (CDU) Landrat Landkreis Greiz
Bürgermeister Wünschendorf Marco Geelhaar
Vorsitzende Verwaltungsgemeinschaft Ländereck Kathrin Dix
Der Minister wählte dazu einen Vergleich. „Vor einiger Zeit hat mal einer über sie gesagt und auch geschrieben, sie seien der Don Camillo vom Elstertal. Ich weiß noch, dass ich damals schmunzeln musste, weil da etwas dran ist. Der Don Camillo war einer, der Menschen mochte, der manchmal unbequem war, der Dinge vorangebracht hat und dabei nie vergessen hat, worum es eigentlich geht. Vielleicht haben wir beide manchmal tatsächlich auch etwas von Camillo und Peppone. mit einem wichtigen Unterschied, politisch standen wir meistens auf der gleichen Seite.“ Weiter sagte er: „Neben allem Ernsthaften fehlte ihnen auch nicht der Humor, wie beim Fasching. Was Sie aufgebaut haben, was Sie geprägt haben und was Sie Menschen mitgegeben haben, das bleibt.“
Im Anschluss luden Pfarrer Schulze und die Kirchengemeinden des Ausstrahlungsortes Wünschendorf zu einem gemütlichen Mittagessen auf dem Kirchhof ein. Es gab leckere Roster und eine Suppe aus der Gulaschkanone.
Es musizierten:
Kirchenchor St. Veit unter Leitung von Michael Kümritz
Benjamin Stielau an der Orgel
Ronneburger Turmbläser unter Leitung von Thomas Kuttig
Es zelebrierten:
Pfarrer Dawid Zakzewski, Pfarrer Sven Triemer, Gemeindereferent Benedikt Henschel, Prädikant Karl-Heinz Kümritz
Text und Fotos: Wolfgang Hesse