09.07.2026
Pilgern auf den Wegen des Lebens – Stephan Magirius beendet seinen Dienst im Kirchenkreis Gera
Am 5. Juli 2026 wurde Stephan Magirius in der Kirche zu Langenberg in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet. Drei Jahre war er für den Ausstrahlungsbereich Langenberg/Bad Köstritz mit den umliegenden Dörfern als Pfarrer verantwortlich.
Das Evangelium am 5. Juli 2026 erzählt von den Jüngern, die sich auf dem Weg nach Emmaus befanden, als der Auferstandene sich zu ihnen gesellte und ihnen die Augen aufgetan wurden und sie schließlich Jesus erkannten. Stephan Magirius nahm den Faden des Geschehens in seiner Predigt auf und schilderte sein Pilgern durch die Zeit, die Jahre seiner Zeit als Seelsorger und als Pilger auf Wanderung. „Der Weg ist das Ziel, sagen wir. Und wenn Jesus sagt, er sei der Weg, die Wahrheit und das Leben, dann ist es wirklich gut. Doch die Freunde erkennen ihn nicht. Viel zu sehr sind sie in ihrer Trauer und in ihrem Selbstmitleid gefangen. Als ich im Sommer 1989, in meiner ersten Pfarrstelle in der Nähe von Kyritz in der Prignitz eingeführt wurde, da habe ich mir nicht vorstellen können, dass ich 37 Jahre später, in Gera-Langenberg, meinen Dienst beende. Ich erinnere mich an alle strukturellen und inhaltlichen Herausforderungen, die mir in diesen 37 Jahren begegneten“, so Stephan Magirius. „Und auch mein ganz persönlicher Lebensweg durch all die Jahrzehnte ist ein langer und ein bewegter Weg gewesen. Was für ein Glück, Menschen an der Seite zu haben, die diesen Weg mitgegangen sind und im Glauben eine Spur gefunden haben, die man mitgehen kann. So ist mein Entschluss, in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen, kein Entschluss, endlich mehr Zeit für mich zu haben, sondern zuerst ein Entschluss, Pause zu machen, auszusteigen, endlich mal anzukommen, zu Hause zu sein.“ „Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn.“ Dieser Konfirmationsspruch aus Psalm 72 begleitet Stephan Magirius sein Leben lang. Diese Freude, die damals zur Einführung in den Verkündigungsdienst im Kirchenkreis Gera, vor drei Jahren in der Kirche St. Leonhard in Bad Köstritz noch da war, so blickt der Pfarrer heute zurück, sei ihm abhandengekommen. Der Rucksack sei ihm zu schwer geworden. „Mein größter Wunsch für mich und für euch und für Sie ist, dass wir Jesus in unserer Mitte glauben und dass wir darum bitten: ‚Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden‘. Er wird bleiben, so wie er schon immer da war. Ich wünsche mir und jeder und jedem von uns das ganz persönlich, diese Erfahrung, dass Jesus bleibt“, so sagte er weiter in seiner Predigt und wünschte sich, geneinsam das heilige Abendmahl mit allen zu feiern.
Superintendent Hendrik Mattenklodt dankte Stephan Magirius für seine seelsorgerische Arbeit.
„Sie hatten an den Dorffesten und dann vielen Gottesdiensten ihre Freude, an den Vorbereitungen darauf mit Bläserinnen und Bläsern und Chören, an den Gemeindenachmittagen, an intensiven Gesprächen und sogar an der Moderation mancher Sitzungen“, so der Superintendent. „Und ja, auch das neu entdeckte Pilgern fiel auf guten Boden. Zu den Dingen, die Sie am Pilgern schätzen, gehört, dass man nur das Nötigste im Rucksack bei trägt. Und zum Nötigsten gehören wohl die Erfahrungen, die wir von Gott her mit den Menschen machen. Es werden immer nur kurze Augenblicke sein. Kleine Splitter der großen Freude.“
Den Gottesdienst umrahmten musikalisch die Bläser der Vereinigung „Elsterblech“ und die Kirchenchöre aus Aga und Langenberg. Im Anschluss konnten sich alle Anwesenden beim Kirchkaffee von Stephan Magirius persönlich verabschieden.
Text und Fotos: Wolfgang Hesse