30.12.2025
Weihnachtsoratorium von Bach stimmt auf Heiligen Abend ein

Welche Geheimnisse verbergen sich in Bachs Weihnachtsoratorium?
Neben der Aufführung der Kantaten 1-3 hatte die Stadtkirchgemeinde Gera eine Werkseinführung angeboten. Das Jahr 2025 stand in der Stadtkirchgemeinde ganz unter dem musikalischen Motto“300 Jahre Bach in Gera“. Der Thomaskantor weilte vom 4. bis 6. 1725 Juni in Gera und unterzog die Orgeln in den damaligen Kirchen St. Salvator und St. Johannis einer Prüfung. Mit der Aufführung des Weihnachtsoratoriums fand dieses Gedenken in der Adventszeit seinen Abschluss.

Abtauschen in die Tiefen des Weihnachtsoratoriums
Im Dialog mit Claudia Stillmark, die maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung des Geraer Bach-Jubiläums mitwirkte, wollte Martin Hesse in die Geheimnisse des Weihnachtoratoriums eindringen. Dabei betrachteten beide alle sechs Teile des Werkes als Gesamtkunstwerk. „Obwohl jeder Teil oder jede Kantate in sich abgeschlossen ist, entfalten sie erst im Gesamtzusammenhang ihre Wirkung“, erklärte Martin Hesse. Das Weihnachtsoratorium (BWV 248) wurde in sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in den Leipziger Stadtkirchen uraufgeführt. In der Einführung zu dem Werk wurde explizit auf das Parodieverfahren eingegangen, wobei Bach und seine Zeitgenossen weltliche und geistliche Interpretationen im gegensätzlichen Kontext verwendeten. „Wir, die dieses Werk schon oft gespielt haben, erleben ganz unterschiedliche und neue persönliche Erfahrungen während jeder Aufführung“, ergänzte Claudia Stillmark. Diese wollten sie gern mit den Anwesenden teilen.

2025. die Kantaten 1-3 in der Johanniskirche

„Wir freuen uns, dass im philharmonische Konzert im Theater Altenburg-Gera die Kantaten 4 bis 6 in Gera zu hören waren“, sagte Claudia Stillmark und lobte die gute Kooperation mit dem Generalmusikdirektor Ruben Gazarian. So habe sie den Einführungstext im Programmheft verfassen und die Konzerteinführung in Konzertsaal durchführen dürfen. 

In der Johanniskirche standen diesmal die weitaus bekannteren Kantaten 1 bis 3 auf dem Konzertprogramm. „Darauf freuten sich besonders die Chormitglieder, vermitteln doch diese nach der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas das Heimatgefühl, das besonders in der Vorweihnachtszeit aufkommt“, erklärte Kantor Hesse. Der Chor aus 60 Singstimmen setzte sich zur Hälfte aus dem Heinrich-Schütz-Chores Gera zusammen und wurde durch Gäste aus Gera und Umgebung ergänzt.

Mit minutenlangem Beifall feierten die über 600 Besucherinnen und Besucher die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bachs. In diesem Jahr standen die Kantaten 1-3 auf dem Konzertplan. Die Weihnachtsgeschichte wurde musikalisch von ausgezeichneten Solisten, den Orchester „Capella Jenensis“ und dem Heinrich-Schütz-Chor mit Gästen zu Gehör gebracht. Der Klang auf historischen Instrumenten und die allseits bekannten Melodien von „Jauchzet Frohlocket“ oder „Wie soll ich dich empfangen“ ließen in den Herzen die Weihnachtstimmung aufblühen. Als Solistinnen und Solisten waren zu hören: Anna Kellnhofer (Sopran), Lena Bendzulla (Alt), Samir Bouadjadja (Tenor) und Stephan Heinemann (Bass) für dem erkrankten Johannes G. Schmidt. Die Leitung lag in den bewährten Händen von Kantor Martin Hesse.


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